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<title>Saint-Dié-Formation</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Saint-Dié-Formation</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Saint-Dié-Formation</b> ist eine <a href="Sedimente_und_Sedimentgesteine" title="Sedimente und Sedimentgesteine">sedimentäre</a> <a href="Formation_(Geologie)" title="Formation (Geologie)">Formation</a> der mittleren <a href="Vogesen" title="Vogesen">Vogesen</a>. Sie wurde während des <a href="Perm_(Geologie)" title="Perm (Geologie)">Perms</a> im obersten <a href="Rotliegend" title="Rotliegend">Rotliegend</a> abgelagert.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Etymologie">Etymologie</h2></div>
<p>Die Saint-Dié-Formation, <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">franz.</a> <i>Formation de Saint-Dié</i>, wurde nach <a href="Saint-Di%C3%A9" class="mw-redirect" title="Saint-Dié">Saint-Dié</a> benannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geographie_und_Geologie">Geographie und Geologie</h2></div>
<p>Die Saint-Dié-Formation steht im Saint-Dié-Becken, im Villé-Becken, sowie weiter nördlich im Champenay-Becken, im Plaine-Becken und im Nideck-Becken an. Die beiden erstgenannten Becken sind Pull-apart-Becken, die entlang der Ostnordost-streichenden Vittel-Störung entstanden sind. Die Vittel-Störung, auch Vittel-Loubine-Lalaye-Störung (VLL), ist eine bedeutende <a href="Terran" title="Terran">Terrangrenze</a> in den mittleren Vogesen, welche die Saxothuringische Zone im Norden von der Moldanubischen Zone bzw. Morvan-Vogesen-Zone im Süden abtrennt. Sie dürfte in der Bray-Störung ihre westliche Fortsetzung finden. Im Südwesten reicht die Saint-Dié-Formation bis Bruyères, im Südosten bis südlich von <a href="Orbey" title="Orbey">Orbey</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Stratigraphie">Stratigraphie</h2></div>

<p>Die Saint-Dié-Formation ist die oberste Formation des Rotliegend in den Vogesen. Sie folgt <a href="Diskordanz" title="Diskordanz">diskordant</a> auf die Champenay-Formation und wird ihrerseits diskordant von der <a href="Trias_(Geologie)" title="Trias (Geologie)">untertriassischen</a> Senones-Formation (<a href="Buntsandstein" title="Buntsandstein">Unterer Buntsandstein</a>) überlagert. Welche Mächtigkeit von der Senones-Formation erosiv entfernt wurde, ist schlecht abzuschätzen, in den nördlichen Becken greift sie jedenfalls recht tief in die Saint-Dié-Formation herunter.
</p><p>Die mehr als 120 Meter mächtige Saint-Dié-Formation besteht im Wesentlichen aus braunroten, <a href="Arkose" title="Arkose">arkosischen</a> <a href="Fanglomerat" title="Fanglomerat">Fanglomeraten</a>. Sie repräsentieren ehemalige alluviale Ablagerungen, die, ausgehend von den Randstörungen der Pull-aparts, die tektonischen Becken verfüllten. Die sehr geringe <a href="Korngr%C3%B6%C3%9Fe" title="Korngröße">Korngrößenregelung</a> der grobklastischen Sedimente und fehlende Schichtung lassen auf verflüssigte Massentransporte (<a href="Englische_Sprache" title="Englische Sprache">engl.</a> <i>grain flows</i> und <i>debris flows</i>) im Meterbereich schließen. Die einzelnen Transportpakete werden von relativ dünnen, kontinuierlichen Siltlagen abgeschlossen, die auf ein anschließendes Auswaschen durch fließendes Wasser hindeuten.
</p><p>Die mitgeschleppten Gerölle bestehen aus <a href="Granit" title="Granit">Graniten</a>, <a href="Vulkanisches_Gestein" class="mw-redirect" title="Vulkanisches Gestein">Vulkaniten</a> und detritischen Sedimentgesteinen des <a href="Devon_(Geologie)" title="Devon (Geologie)">Devons</a>, des <a href="Mississippium" title="Mississippium">Unterkarbons</a> und des Perms. Diese Gerölle sind nur wenig abgerundet, ihr Transport dürfte daher nur einige Kilometer betragen haben. Mit Annäherung an die Randstörungen (Paläoreliefs) nimmt Größe und Eckigkeit der Geröllfraktion spürbar zu.
Die Geröll- und vor allem die Sandfraktion führen aber auch deutlich abgerundete Elemente, die auf eine teilweise Wiederaufarbeitung bereits zuvor abgelagerter Formationen schließen lassen.
</p><p>Die reichhaltige, <a href="Silt" class="mw-redirect" title="Silt">siltig</a>-<a href="Tonstein" title="Tonstein">tonige</a> Matrix kann stellenweise durch einen, die Tonfraktion ersetzenden, <a href="Dolomit_(Mineral)" title="Dolomit (Mineral)">dolomitischen</a> Zement verhärtet sein, was dem Gestein dann einen hellen Farbton verleiht.
</p><p>Vorwiegend im unteren Abschnitt der Saint-Dié-Formation finden sich Lagen mit dolomitischen Krusten, so genannten Dolcretes oder Dolocretes, die <a href="Boden_(Bodenkunde)" title="Boden (Bodenkunde)">pedogenen Ursprungs</a> sein dürften. Die Krusten können mehrere Meter mächtig werden. Sie enthalten mikrokristalline Kieselknollen aus <a href="Chalcedon_(Mineral)" title="Chalcedon (Mineral)">Chalzedon</a> und <a href="Karneol" title="Karneol">Karneol</a>.
</p><p>Mehrere Stadien der Bodenbildung lassen sich beobachten. Vertikal orientierte Knollen wurden wahrscheinlich von <a href="Wurzel_(Pflanze)" title="Wurzel (Pflanze)">Wurzelrhizomen</a> verursacht. Die subhorizontalen Bildungen sprechen hingegen für längere Sedimentationspausen. In den dickeren Krusten lassen sich ferner mehrere Wachstumsphasen erkennen. Außerdem enthalten sie des Öfteren rote Karneollagen.
</p><p>Zwei dieser horizontalen Krustenlagen sind erstaunlich aushaltend. Die erste liegt an der Basis der Formation und wurde auf <a href="Fluorit" title="Fluorit">Fluorit</a> abgebaut. Bei ihr wird angenommen, dass sie aus lakustrinen oder palustrinen <a href="Kalk_(Gestein)" class="mw-redirect" title="Kalk (Gestein)">Kalklagen</a> hervorgegangen ist. Die zweite Lage im Hangenden der Formation, tritt in sämtlichen Becken auf.
</p><p>Zwischen den horizontalen Krustenlagen finden sich hier und dort auch noch vereinzelte, strukturlose Dolomitlinsen, die recht mächtig werden können und deren Interpretation schwierig ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Alter">Alter</h2></div>
<p>Absolutalter für die Saint-Dié-Formation sind nicht bekannt. Als letzte Rotliegendformation dürfte sie aber dem <a href="Guadalupium" title="Guadalupium">Guadalupium</a> angehören und ein Alter von rund 265 Millionen Jahren <a href="Before_Present" title="Before Present">BP</a> besitzen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ac-nancy-metz.fr/enseign/svt/ressourc/regional/apbg/fleuve/tardi.html">Website der Universität Nancy-Metz</a></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2024-11-30" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Saint-Di%C3%A9-Formation&amp;oldid=250828936">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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